Arteriogenese

Arterio… was?
Arteriogenese ist auf jeden Fall ’ne coole Sache. Dabei werden neue Arterien gebildet, um die verminderte Blutversorgung durch Engstellen oder verkalkte Arterien zu kompensieren.
Mein Papa hat so etwas. Da meinte der Arzt nach einer Katheteruntersuchung, dass er Glück hatte und sein Körper eben diese neuen Arterien (Kollateralarterien oder Kollaterale genannt) gebildet hat, und er somit einem Herzinfarkt entkommen ist. Glücklicherweise.

Auch in meinem Buchtipp ist von Arteriogenese die Rede und hat dem Protagonisten wohl das Leben gerettet. Außerdem forciert er die Arteriogenese in dem er viel Ausdauersport macht. Und zwar nicht aus Freude heraus, sondern von der Angst getrieben. Von der Angst, wieder einem Herzinfarkt zu erliegen.

Arteriogenese – Will ich auch !

 

 

Andere Ernährung

Eine der Kernfragen die mich quasi ständig beschäftigen ist: Warum ich und was kann ich tun ?

Wenn ich jetzt Raucher wäre, könnte ich aufhören (auch wenn sich das sicher einfacher sagt oder schreibt als getan). Wenn ich Übergewicht hätte, könnte ich abnehmen. Aber was macht man bei familiärer Disposition ? Also, wenn die Krankheit vererbt ist ?

Was ich ändern kann ist: Stress vermeiden, also ruhiger und gelassener werden, und die Ernährung.
Das mag Kopfsache sein, wenn ich jetzt weniger tierische Fette zu mir nehme, aber irgendetwas muss ich doch tun ! Ich will die Kontrolle zurück !
Deswegen habe ich erst einmal ein mediterranes Kochbuch erworben und verzichte jetzt auf fette  Mahlzeiten  (und vor allem frittierte Lebensmittel mit viel gesättigten Fettsäuren) und  generell auf  Schweinefleisch. Des weiteren habe ich  Butter durch Margarine ersetzt und esse öfters vegetarisch bzw. Fisch. Vorher gab es das vielleicht einmal in zwei Wochen.

Ob das so klappt, werden wir sehen, bisher läuft es ganz gut und meine Frau freut sich auch über die Abwechslung. Nur unsere Tochter nicht 😉

Anbei eine Ernährungspyramide speziell fürs Herz. Kommt aus der kardiologischen Praxis bei der ich in Behandlung bin.

 

Nachricht vom DRV, die Zweite

Heute bekam ich Post vom DRV, der Deutschen Rentenversicherung.

Sie haben meinen Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme bewilligt !

Der Termin steht noch nicht fest, aber die Rehaklinik die mir quasi zugewiesen wurde ist die MediClin Bliestal Klinik.

Du hat wohl einen ganz guten Ruf und wurde auch vom Focus Magazin ausgezeichnet. Die testen und bewerten wohl jährlich die besten Reha- und Kur-Einrichtungen in Deutschland.

Meine Erwartungen sind neben viel Sport auch eine Ernährungsberatung (wie koche ich mediteran), ggf. die Umstellung der Medikamente aufgrund meines Asthmas, und natürlich auch der Aufbau der Psyche und wie ich meine Ängste in den Griff bekomme (obwohl ich der Meinung bin, dass ich die derzeit gut im Griff habe).

Ich bin gespannt und freue mich auch auf die Maßnahme.

Nebenwirkungen

Derzeit komme ich mit den Nebenwirkugen der ganzen Medikamente gut klar,. Zu Anfang hatte ich ja 2,5 mg Bisprolol pro Tag genommen, das haben mein Kardiologe und ich aber auf 1,25 mg Nebivolol geändert. Nebivolol ist wohl selektiver als Bisoprolol, geht also nicht so auf meine Lunge. Zukünftig wollen wir den Betablocker ggf. komplett absetzen. Blutdruck werde ich also immer mal messen. Mein Ruhepuls ist derzeit bei 57 Schlägen pro Minute, 4 Wochen nach Umstellung des Betablockers (vorher 54 Schläge).

Immer mal wieder haben mich Bauch- und Magenschmerzen geplagt, trotz der Einnahme von Pantoprazol. In den letzten Wochen ist dies aber besser geworden, ich denke das liegt ebenfalls an der Umstellung auf Nebivolol.

Meine Blutwerte sind auch da. Das schlechte Cholesterin (LDL-Wert) ist jetzt bei 67 mg/dl, der gute Cholesterin-Wert (HDL-Wert) bei leider nur 38mg/dl. Da muss ich noch daran arbeiten, dass der besser wird.

Cholestering
Cholesterin

 

 

Morgen geht´ los

Morgen beginnt meine 3-wöchige Reha in Blieskastel bei Saabrücken. Bin gespannt und freue mich drauf. Klar, meine Familie wird mir fehlen, aber wenn ich gesund und erholt wiederkomme, hat es sich doch schon gelohnt. Peter Riese, der Autor der beiden Bücher die ich hier erwähnt hatte, hat mir folgendes mitgegeben (ich hatte ihn auf seiner Website http://www.peter-riese.com kontaktiert):

Behandle das Geschehene wie eine Verletzung, die sich in der Vergangenheit ereignet hat, aber nicht wie eine (permanente) Krankheit.

Ich werde mich dran halten !

Die Reha

Die Reha ist jetzt nach 3 Wochen vorbei und ich mein Fazit ist zwiegespalten. Warum erläutere ich hier:

Zum Einen konnte ich zur Ruhe kommen, Stress abbauen und mich täglich sportlich betätigen. Das hat mir gut getan. Hinzu kamen Seminare über die richtige Ernährung, die Krankheitsbilder „Koronare Herzkranzgefäßerkrankung“, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Stent. Das war auch recht informativ, aber für mich jetzt nicht wirklich etwas Neues, da ich mich ja schon mit der Materie beschäftigt habe. Auch der Austausch mit den Mitpatienten war sehr positiv (in der Reha spricht jeder sofort über „seine“ Leiden).

Was mir überhaupt nicht gefallen hat waren die Einrichtung selbst. Sehr altbacken und unmodern, hellhörig, Krankenhaus-Flair pur, das Kantinenessen (ohne Abwechslung am Morgen und Abend), aber auch insbesondere die 0-8-15 Behandlung der Patienten. Ich mag mit 45 Jahren kein typischer Herzpatient sein (zumal sportlich und schlank), wurde aber von den Ärzten immer wieder ausgebremst. So durfte ich eben nicht „normal“ joggen oder beim Fahrrad-Ergometer 150 Watt treten, sondern maximal 75 Watt, wie eben bei den „besten“ 70jährigen. Es wurden auch eher meine Ängste geschürt als abgebaut: „Ich würde an Ihrer Stelle nicht alleine im Wald joggen gehen, sie sind herzkrank. Da kann immer wieder etwas passieren!“ waren die Worte vom Chefarzt.

Ich kann natürlich verstehen, dass man auf Sicherheit gehen möchte, aber man hätte das sicherlich subtiler machen können bzw. in der 3-wöchigen Reha selbst adaptieren können (z.b. von anfänglich 75 Watt auf 100 oder 125 Watt).

Meine Blutwerte wurden natürlich auch regelmäßig kontrolliert:

LDL-Cholesterin: 52 mg/dl
HDL-Cholesterin: 44 mg/dl

Damit kann ich sher zufrieden sein 🙂
Naja, nun ist die Reha vorbei und ich bin endlich wieder zuhause bei meiner Familie *freu* !





Beta-Blocker absetzen

In Absprache mit meinem Kardiologen (beim letzten Termin) werde ich ab heute den Beta-Blocker (1,25mg Nebivolol) absetzen, also ab sofort nicht mehr einnehmen. Mit Blutdruck hatte ich ja noch nie Probleme und in der Reha wurde auch ein Langzeit-Blutdruckmessung gemacht, die dies bestätigt. Meine Werte waren immer so um 120 zu 80 (+/- 5) mmHG.

Derzeit liegt mein Ruhepuls bei 58 Schlägen/Minute, beim Joggen habe ich einen Puls von ca. 130 – 135.
Bin gespannt, ob sich das jetzt ändert. Einige Wochen (4-6) werde ich aber abwarten müssen, bis man eine Veränderung sieht.

Blutdruckmessgerät
Blutdruck



Wieder Brustschmerzen

Seit mehreren Tagen habe ich immer wieder ein Ziehen und Stechen in der Brust, eher mittig, entlang der Speiseröhre/Luftröhre. Das Ganze ist aber bewegungsabhängig, also wenn ich z.B. gerade sitze oder mich nach vorne beuge. Auch wenn ich auf diese Stellen drücke, habe ich Schmerzen. Bei Sport und Belastung habe ich dieses Druckgefühl aber nicht !

Da mich das sehr nervös gemacht hat, habe ich gestern meinen Kardiologen angerufen und ihm die Lage erklärt. Er meinte, dass Schmerzen vom Herzen so gut wie nie lokalisierbar sind („Herzschmerzen sind diffus.“) und ganz bestimmt nicht durch bestimmte Bewegungen/Verbiegungen hervorgerufen werden können, oder durch Druck auf bestimmte Körperstellen. Insofern bin ich beruhigt und gehe von normalem Muskelkater / Muskelverspannungen aus.

Übrigens, jetzt sind 5 Wochen nach Absetzen des Beta-Blockers (Nebivolol) vergangen. Mein Ruhepuls hat sich kaum verändert (liegt bei 58 Schlägen), aber beim Sport (Joggen, Fahrradfahren) habe ich einen höheren Puls, ca. 7-10 Schläge höher als vorher (so bei 140-145).

eBike

Oder besser Pedelec. Das habe ich mir nämlich gegönnt. Ein Flyer Uproc 4.15, also ein e-Mountainbike. Damit kann ich jetzt super an der frischen Luft Sport machen, ohne meinen Puls in die Höhe zu treiben. Je nach eingestelltem Modus am Fahrrad fahre ich dann mit ca. 130 Herzschlägen pro Minute. Das ist super und macht unmenschlich Spaß!


Mein Flyer Uproc 4.15

Kontrolle bei Kardiologen

Am 1. April war ich zum Regeltermin (alle 6 Monate) beim Kardiologen. Wie üblich, wurde ein Herzecho und ein Belastungs-EKG gemacht. Das EKG wird dabei auf einem Fahrrad mit „Schieflage“ durchgeführt, wo der Arzt dann bei hoher Belastung mit einem Ultraschall die Herzkranzgefäße untersucht.

Bei mir war „alles wie immer“, heißt: Je nach Belastung (diesmal habe ich bei 175Watt und Puls 168 aufgehört) sieht man angedeutete ST-Senkungen. Die habe ich aber seit über 10 Jahren (bzw. schon länger, aber 2008 wurde ich einmal darauf hingewiesen) und insofern sind sie wohl bei mir „normal“. Vor meiner Stent-OP waren diese ST Senkungen ja auch nicht nur angedeutet, sondern ausgeprägt.

Meine Medikamentendosierung lassen wir auch so, aber im August (also 1 Jahr nach OP) kann ich dann das Chlopidogrel absetzen (und dann auch den Magenschutz Pantoprazol). 2 Tabletten weniger pro Tag, das ist gut !